2. Verhaltenskodex der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Nordhorn und des CVJM Nordhorn e.V.
1. Präambel
2. Verhaltenskodex
1. RESPEKT!
Wir achten die Persönlichkeit und Würde aller.
Als christliche Gemeinde und CVJM glauben wir, dass jeder Mensch eine von Gott gegebene Würde hat, die er niemals verlieren kann. Darum achten wir auf einen respektvollen Umgang miteinander und achten das Recht jedes Menschen auf Selbstbestimmung. Wir akzeptieren Menschen mit allen Aspekten ihrer Identität. Wir verzichten auf abwertende Sprache und stellen andere nicht bloß. Wenn wir Kritik äußern, tun wir dies wertschätzend. Wenn wir selbst kritisiert werden, nehmen wir die Kritik ernst.
2. KEINE GEWALT!
Wir gehen gewaltfrei miteinander um.
Es ist uns wichtig, dass in unserer Gemeinde / unserem Verein niemand Angst oder Zwang erlebt. Darum verzichten wir selbst auf Gewalt und dulden sie auch nicht von anderen. Das umfasst körperliche und verbale Gewalt, aber auch psychische und sexualisierte Gewalt.
Das bedeutet zum Beispiel:
Ich setze andere weder körperlich noch psychisch unter Druck.
Ich manipuliere andere nicht, damit sie tun, was wir wollen.
Ich erniedrige andere nicht, weder durch Taten noch durch Worte.
Ich nutze meine körperliche oder geistige Überlegenheit nicht aus.
Ich nutze auch unsere Position und Rolle nicht aus, um anderen zu schaden.
Bei Selbst- oder Fremdgefährdung greife ich konsequent schützend ein.
Regeln und Strukturen überprüfen wir regelmäßig darauf, ob sie andere unter Druck setzen oder Angst erzeugen, und setzen uns ggf. für ihre Änderung ein.
3. GRENZEN ACHTEN!
In unserer Gemeinde gehen wir achtsam mit Nähe und Distanz um.
Es ist uns wichtig, dass sich in unserer Gemeinde / unserem Verein alle wohl und sicher fühlen können. Darum achten wir die persönlichen Grenzen anderer, aber auch unsere eigenen Grenzen. Die umfasst sowohl das körperliche Abstandsbedürfnis, als auch andere Grenzziehungen, insbesondere Grenzen der Intimität und der Privatsphäre.
Das bedeutet zum Beispiel:
Ich gehe achtsam mit Nähe um und dränge sie anderen nicht auf.
In unklaren Situationen bitte ich um Zustimmung, bevor ich Nähe herstelle.
Ich nehme es ernst, wenn mein Gegenüber Ablehnung oder Unwohlsein äußert, und nehmen dabei auch auf Signale in Gestik und Mimik Rücksicht.
Wir achten darauf, dass bei uns alle die Möglichkeit haben, Nähe und Distanz selbst zu wählen. Auf die Möglichkeit, eigene Grenzen zu setzen, und die Verpflichtung, die Grenzen anderer zu achten, weisen wir regelmäßig hin.
Besonders achtsam sind wir in folgenden Situationen:
A) Personen mit besonderer Verantwortung
Wenn ich im Rahmen meines Engagements in der Kirchengemeinde / im CVJM ein Seelsorge-, Beratungs- oder Vertrauensverhältnis eingehe, geht damit eine besondere Verantwortung einher. Meine Position und meine Kontakte nutze ich nicht, um andere von mir abhängig zu machen und Macht über sie auszuüben.
Sexuelle Kontakte mit Personen, zu denen ich in einem solchen Seelsorge‑, Beratungs- oder Vertrauensverhältnis stehe, sind nicht zulässig.
B) Einzelbegegnungen
Wenn ich mich in meinem Engagement in der Kirchengemeinde / im CVJM mit einer einzelnen anderen Person treffe, achte ich darauf, dass wir Zeit, Ort und äußere Umstände so wählen, dass wir beide uns wohl und sicher fühlen. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass beide Personen das Treffen jederzeit abbrechen, Dritte kontaktieren und den Treffpunkt verlassen können. Auf Wunsch können auch weitere Vertrauenspersonen am Gespräch teilnehmen.
C) Übernachtungsveranstaltungen
Im Rahmen von Übernachtungsveranstaltungen achten wir auf den Schutz der Privat- und Intimsphäre aller Beteiligten.
Die Form der Unterbringung und die Möglichkeiten zur Körperpflege gestalten wir so, dass alle Beteiligten sich wohl und sicher fühlen.