FREU DICH! Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. (5. Mose, 26,11)

 „Grund zur Freude? Das fällt mir gerade eher schwer.“ So oder ähnlich reagieren manche Menschen, wenn sie den Monatsspruch für Februar sehen. Dabei geht es ja gar nicht darum, unschöne Dinge komplett auszublenden oder in ungerechtfertigten Frohsinn zu verfallen. Der Ausspruch aus dem fünften Buch Mose fordert vielmehr dazu auf, dankbar zu sein und sich an der Welt und ihren vielfältigen Gaben zu erfreuen. Denn diese Gaben sind vorhanden. Wir können sie sehen, wenn wir morgens aufstehen und sie sind selbst dann noch da, wenn wir beim Frühstück, durch das Radio oder die Zeitung, die neuesten, oft unschönen Nachrichten aus aller Welt aufgetischt bekommen. Und auch wenn es uns gesundheitlich gerade nicht so gut geht, wie wir uns das wünschen würden, gibt es in dieser Welt immer etwas, das geeignet ist, uns aufzurichten. Manchmal ist das einfach „nur“ das Sonnenlicht, das im Winter warm durch das Fenster auf unser Gesicht scheint und uns entspannt die Augen schließen lässt.

Wärme und Licht sind für mich hier Schlüsselwörter. Sonnenlicht kann auf Menschen eine sehr aufbauende Wirkung haben. Wir alle wissen, dass „bei Licht betrachtet“ vieles sehr viel schöner aussieht als in ominösem Nebel. Und auch über Wärme müssen wir nicht diskutieren, denn: wer mag es nicht, wenn es im Laufe des Jahres wieder wärmer wird?

Ein ganz besonderes Licht sollte uns jedes Mal aufgehen, wenn wir uns daran erinnern, dass diese Welt uns geschenkt wurde. Die wärmende Sonne, die Schönheit der Jahreszeiten: All das sind Gottes Geschenke an uns. Das ist nicht selbstverständlich, aber ganz sicher ein Grund zur Freude. Im Alltagsstress wird das manchmal leicht zu etwas Gewöhnlichem. Da verblassen diese Wunder zu Beiwerk in einem Leben, das immer auch von schwierigen Momenten geprägt ist. Um dem zu begegnen, hilft es, sich bewusst zu machen, das da etwas ist, das noch viel mehr wärmen kann als die Sonne oder der Wechsel der Jahreszeiten: Unsere Mitmenschen. Die Schönheit dieser Welt erstrahlt erst dann richtig, wenn man sie mit anderen teilt. Die Wärme, die man durch Freunde oder Familie (oder Fremde) erfährt und die dazu beiträgt, dass unser Blick auf die Welt nicht überlagert wird durch zwischenmenschliche Kälte, wie sie uns in diesen Tagen so oft präsentiert wird. Das ist etwas, das unser Leben wärmer und bunter macht. Mehr noch: Versuchen wir, die Menschen um uns herum nicht nur wahrzunehmen, sondern sie so zu beschenken, wie wir jeden Tag aufs Neue mit Gottes Schöpfung beschenkt werden. Mit Liebe, Anteilnahme, Interesse, Hilfestellung und all den anderen Wundern, die wir uns gegenseitig zukommen lassen können. Wenn das gelingt, ist es plötzlich ganz offensichtlich, dass um uns herum, auch in schweren Zeiten, viel Schönes ist.

Carsten Maat