„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist rot.“
„Mamas Pullover?“ - „Nein.“
„Der Knopf für den Warnblinker?“ - „Nein.“
„Die Bonbontüte?“ - „Nein.“
„Ist es im Auto?“ - „Nein.“
„Ich geb auf. Was ist es?“
„Der Bagger auf der Baustelle, an der wir vor 2 Minuten vorbei gefahren sind!“
Tipp: Dieses Spiel eignet sich nicht besonders gut für die Autobahn.
Thomas und die anderen Jünger spielen in den Tagen nach der Auferstehung Jesu sowas wie die Expertenversion. „Wir glauben was, was du nicht siehst.“
Thomas war nicht dabei gewesen als Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung zum ersten Mal erschien. Er konnte nicht glauben, was sie erzählen: Jesus ist auferstanden.
Erst als Jesus zum zweiten Mal erscheint und er ihn mit eigenen Augen sieht, fängt auch er an, an die Auferstehung zu glauben.
Jedes Jahr an Ostern und bei jeder Beerdigung spielen wir dieses Spiel.
„Ich glaube was, was ich nicht seh: Auferstehung!“
Wir sehen den Auferstandenen nicht. Zumindest nicht mit eigenen Augen.
Wir sehen unsere eigene Auferstehung nicht, auch nicht die Auferstehung verstorbener Angehöriger. Und ja, das macht das Glauben nicht leichter.
Ich kann Thomas gut verstehen, dem es schwer fällt zu glauben ohne zu sehen.
Andererseits: Den roten Bagger habe ich damals auch nicht gesehen. Meine Augen waren auf die Straße gerichtet. Und ich bin auch nicht umgedreht, um zu überprüfen, ob er wirklich da ist. Vielleicht wäre er ja auch längst weggefahren gewesen.
Trotzdem glaube ich, dass er da war. Weil ich meinem Sohn glaube, dass er ihn gesehen hat. Ich vertraue auf seine Wahrnehmung.
Und darum geht es beim Glauben an die Auferstehung: Vertrauen.
Wir können viel darüber debattieren, ob und wie Auferstehung möglich ist. Objektiv überprüfen können wir die Erzählungen über die Auferstehung nicht.
Letztlich ist die Frage: Vertrauen wir den Zeuginnen und Zeugen der Auferstehung oder nicht?
Jesus preist dieses Vertrauen selig.
Simon Plenter
Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Nordhorn
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